Ausblick auf den Wald bis zum Jahr 2036

Forstrevierleiter Hautz stellt „Eigentümerzielsetzung“ vor

Revierleiter Hautz im Wald

Einen Sachstandsbericht, aber vor allem einen umfassenden Ausblick auf die Entwicklung des Stadtwalds hat der Gemeinderat von Philippsburg erhalten. Einstimmig beschloss das Gremium – in Vertretung der Stadt als Eigentümer – die vorgelegte „Eigentümerzielsetzung“. Dabei handelte es sich um die verbindliche Grundlage für die Forsteinrichtung in der neuen Periode von 2027 bis 2036.

Der fast 1.100 Hektar große Stadtwald Philippsburg sei ein wesentliches kommunales Vermögen und erfülle vielfältige Funktionen für die Bürgerschaft und die Region, sagte Hautz: So als bedeutender Naherholungsraum, Bestandteil ökologisch wertvoller Auen- und Rheinwaldsysteme sowie als Produktionsstätte des nachwachsenden Rohstoffs Holz.

Große Teile des Waldes sind, so der Sachstand, durch klimabedingte Schäden, etwa Trockenheit und Eschentriebsterben, betroffen. Mit dem geplanten Bau und Betrieb des Polders Elisabethenwört stehen erhebliche Veränderungen an, da rund 170 Hektar Stadtwald künftig Teil eines temporär überfluteten Retentionsraums werden sollen.

Für Hautz und den Gemeinderat haben die Erholungs- und Schutzfunktionen weiterhin oberste Priorität. Der Wald soll der Bevölkerung dauerhaft als frei zugänglicher, naturnaher Erholungsraum dienen. Daher verpflichtet sich die Kommune, die hierfür erforderliche Infrastruktur – insbesondere Wege, Erholungseinrichtungen und Verkehrssicherungsmaßnahmen – bedarfsgerecht zu unterhalten.

Fortgeführt werde die Brennholzversorgung der örtlichen Bevölkerung. Im Vordergrund stehen nach wie vor die Sicherung und Weiterentwicklung der ökologischen Funktionen des Stadtwaldes. Der Waldumbau hin zu stabilen, strukturreichen und artenreichen Mischbeständen werde kontinuierlich und mit maßvollem Tempo vorangetrieben, versicherte der Revierförster. Als Leitbild der Waldentwicklung bezeichnete er Mischwälder mit Vorrang der natürlichen Verjüngung.

Zur Erhöhung der Klimaresilienz sollen nicht standortheimische, jedoch standortsgerechte Alternativbaumarten in Mischung mit heimischen Baumarten auf geeigneten Standorten eingebracht werden. Ziele seien eine Erhöhung der Baumartendiversität und eine Reduzierung klimabedingter Risiken.

Das Alt- und Totholzkonzept ist laut Hautz bereits erfolgreich umgesetzt. Waldrefugien und Habitatbaumgruppen sind ausgewiesen und als Ökokontomaßnahme anerkannt. Weitere rund 20 Hektar potenzielle Refugien werden als planerische Reserve geführt. Die nachhaltige Nutzung des Rohstoffs Holz bleibt wichtiger Bestandteil der Waldbewirtschaftung. Angesichts gravierender Waldschäden und notwendiger Investitionen in den Waldumbau lasse sich ein finanziell positives Betriebsergebnis derzeit nicht erzielen.

Die Prioritätenreihenfolge der Stadt Philippsburg beinhaltet zunächst die Bereiche Erholung und Schutzfunktionen, dann Ökologie und Klimaanpassung und schließlich den Gesichtspunkt Wirtschaftlichkeit.


W. Schmidhuber 

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