Bürgermeister und Angler suchen Hilfe
Baggersee Störloch ist am Kippen/ Fischsterben wegen Sauerstoffmangel
Auf Philippsburger Gemarkung tut sich ein großes Problem auf: Der 2,3 Hektar große stadteigene Baggersee Störloch in Rheinsheim ist komplett verkrautet. Ein wildes Zuwachsen des Gewässers hat eingesetzt – und ist für jeden unübersehbar. Geradezu giftig grün wirkt die Wasseroberfläche.
Wie der Angelsportverein berichtet, ist der See momentan am Kippen: Eine plötzliche, katastrophale Zustandsveränderung eines Gewässers bedeutet das. Wenn ein See „umkippt“, bricht sein biologisches Gleichgewicht durch massiven Sauerstoffmangel zusammen. In der Folge kann es zu Algenblüten kommen, deren Zersetzung den Sauerstoff im Wasser aufzehrt, was schließlich zu einem Fischsterben führt.
Ob noch Fische im Baggerloch leben, ist höchst ungewiss. Vielleicht liegen ein paar Kadaver unten im See, vermutet der ASV. Schuld seien die hohen Temperaturen. Seit dem vergangenen Jahr habe die negative Entwicklung langsam eingesetzt. Jetzt beginnt es dort auch, unangenehm zu riechen, so lautet die besorgniserregende Zustandsbeschreibung des Angelsportvereinsvorsitzenden Gerd Weber.
Was ist zu tun? Wie ist Einhalt zu bieten, um den Normalzustand wiederherzustellen? Die Stadt und der Angelsportverein wissen keine greifbare Lösung. Jetzt bittet Bürgermeister Stefan Martus (Uli) über die BNN um Mithilfe: Wir suchen fachlichen Rat. Wer kann uns helfen? Welcher Fachmann, ein Institut? Ein Biologe? Vielerlei Versuche mit Anrufen bei bestimmten Stellen habe nicht geklappt, habe zu keinen Ergebnissen geführt.
Zur Sprache kam das Problem in der jüngsten Gemeinderatssitzung, in der es um einen Antrag des ASV auf Ersatzbeschaffung einer Lüftungsanlage für den Baggersee Störloch ging. Der Verein ist gemäß Fischereipachtvertrag der Pächter. Im Zusammenhang mit der Bitte um einen Zuschuss hat der Verein mitgeteilt, dass sich der See in einem sehr schlechten und kritischen Zustand befindet.
Zunehmende Verschlammung, stetig niedriger Wasserstand und wiederkehrende Sauerstoffmangelphasen führen zu einer deutlichen Verschlechterung der Wasserqualität und gefährden, insbesondere bei den derzeit hohen Temperaturen, den Fischbestand und die gesamte Gewässerökologie.
Dieses Problem sei nicht ganz neu, stellte sich aber bislang nicht so schlimm dar. Bereits im Jahr 2001 wurde durch den ASV eine Lüftungsanlage eingebaut und beim Absinken des Sauerstoffgehaltes auf einen kritischen Wert betrieben. Mittlerweile ist die Anlage nicht mehr einsetzbar und auch nicht mehr reparabel.
Eine Überlegung brachte Hans Gerd Coenen (CDU) ein, die der ASV positiv beurteilt. Die Ursache sollte bekämpft werden. Allein eine Lüftung ändere nicht viel am Zustand. Aus seiner Sicht sei es notwendig, den See auszubaggern und den Morast zu entfernen. Darin sehe er eine langfristige Maßnahme des Gewässerschutzes, die dazu dient, das Gewässer dauerhaft zu sichern und damit auch aufzuwerten.
W. Schmidhuber