Wie lassen sich das Kindergarten-Defizit reduzieren?

Gemeinderat befasst sich mit mehreren Einsparmöglichkeiten

Eingang des Kindergarten "Villa Kunterbunt"

Das städtische Defizit für die Kindergärten erhöht sich Jahr für Jahr – und das in beträchtlichem Ausmaß: Musste Philippsburg 2025 noch 5,4 Millionen Euro zuschießen, so hat sich der Betrag inzwischen auf 6,8 Millionen in 2026 erweitert. Unter dieser Last ächzt der Haushalt. Für die CDU als Antragstellerin war diese „besorgniserregende Entwicklung“ der Anlass, die Verwaltung nach Einsparpotenzialen suchen zu lassen.

Solche Möglichkeiten gibt es durchaus, wie aus den Ausführungen der zuständigen Rathausmitarbeiter hervorging. Nach der Beratung der Details fasste der Gemeinderat einen fünfteiligen Beschluss. Das Gremium beauftragte die Verwaltung und die Kindergartenträger, die identifizierten Einsparpotenziale im Bereich der Sach- und Betriebskosten umzusetzen. Auch soll eine zeitliche Verschiebung nicht zwingend erforderlicher Anschaffungen vorgenommen werden.

Die bestehende U3-Ganztagesbetreuungsgruppe im katholischen Kindergarten St. Maria wird in eine Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit umgewandelt. Auch soll die geschlossene Außengruppe in Huttenheim bis zur Inbetriebnahme des neuen Kindergartens nicht wieder in Betrieb genommen werden.

Der Gemeinderat entschied darüber hinaus, Anerkennungspraktikantinnen und -praktikanten künftig mit einem Anteil von 50 Prozent auf den Fachkraftschlüssel anzurechnen. Übereinstimmung bestand darin, die bestehenden Sprachförderprogramme in den Betreuungseinrichtungen voll umfänglich aufrechtzuerhalten. Sachbearbeiterin Özlem Koch nannte das Angebot, das sich derzeit an 166 Kinder richtet, „dringend notwendig“.

Der Anregung der CDU-Fraktion, dass die Verwaltung konkrete Vorschläge zur Reduzierung des Defizits erarbeiten soll, schlossen sich die übrigen vier Fraktionen an. Wie Bürgermeister Stefan Martus (Uli) bekannt gab, wurde verwaltungsintern das Ziel definiert, Einsparungen zunächst in Höhe von fünf Prozent zu erreichen.

Die angespannte Haushaltslage und die Konsolidierung im Bereich der Kinderbetreuung machen, wie es hieß, sowohl kurzfristig umsetzbare Schritte im Bereich der Sach- und Betriebskosten als auch mittelfristig angelegte strukturelle Anpassungen notwendig.

Insgesamt ergeben sich etliche Einsparpotenziale: so im Bereich der Sach- und Betriebskosten von rund 72.500 Euro, durch die Umwandlung in eine VÖ U3-Gruppe von 70.000 Euro. Der Verzicht auf eine Fortsetzung des Betriebs der Außengruppe in Huttenheim bringt rund 140.000 Euro jährlich. Mit der Anrechnung der Anerkennungspraktikant spart die Stadt bis zu 210.000 Euro.

Laut Hans-Gerd Coenen (CDU) lasse die Haushaltslage nicht mehr die Erfüllung aller Einzelbedürfnisse und aller Wünsche zu. Für den Erhalt der Sprachförderung sprachen sich Jasmine Kirschner (LDP), Peter Steinel (Uli), Christopher Moll (FW) und Markus Weber (AfD) aus. „Wir müssen auch an die Eltern denken, die keinen großen Geldbeutel haben“, mahnte Moll.


W. Schmidhuber

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