Elternbeiträge für Kindergärten werden angepasst

Gemeinderat beschließt eine Erhöhung um 4,5 Prozent ab 2007

Eingang des Kindergarten "Villa Kunterbunt"

Die von Jahr zu Jahr größer werdende Finanzierungslücke soll nicht noch weiter ausufern. Um der Entwicklung Einhalt zu gebieten, hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die derzeit geltenden Elternbeiträge für die Kindertageseinrichtungen um moderate 4,5 Prozent zum 1. Januar 2027 anzupassen.

Wie die zuständige Rathausmitarbeiterin Özlem Koch ausführte, empfehlen die Vertreter des Städtetages Baden-Württemberg, des Gemeindetages Baden-Württemberg, der Kirchenleitungen und der kirchlichen Fachverbände für das Kindergartenjahr 2026/2027 eine Erhöhung der Elternbeiträge um 4,5 Prozent. Vor diesem Hintergrund schlage die Stadtverwaltung vor, diese Angleichung für die vorhandenen städtischen Einrichtungen vorzunehmen.

Die Finanzierung der frühkindlichen Bildung erfolge durch Mittel des Bundes, des Landes, der Kommunen, der Kirchen und anderer freier Träger sowie durch Elternbeiträge. Mit Nachdruck empfehle der Gemeindetag, einen Kostendeckungsgrad durch Elternbeiträge von 20 Prozent anzustreben. Bereits 2021 hatte die Gemeindeprüfungsanstalt auf den „weit unterdurchschnittlichen Kostendeckungsgrad“ in Philippsburg hingewiesen. Dieser war vornehmlich darauf zurückzuführen, dass eine Gemeinderatsmehrheit in mehreren Jahren keine Gebührenerhöhungen vornahm: gegen den Rat der kommunalen Spitzenverbände. Im Jahr 2020 lag der Kostendeckungsgrad bei nur rund zehn Prozent.

In den vergangenen Jahren konnte der Anteil etwas verbessert werden. 2025 lag er bei 14,5 Prozent im Durchschnitt und damit aber weiterhin unter dem empfohlenen Zielwert. 2025 wurden die Gebühren lediglich um fünf Prozent angehoben, obwohl eine Erhöhung um 7,5 Prozent angeregt worden war. Die letzte Anpassung erfolgte zum Jahresbeginn 2026 mit fünf Prozent.

Mit der Erhöhung um 4,5 Prozent greife Philippsburg die landesweite Empfehlung auf. Die Verwaltung befürworte diese Anpassung, um den anteiligen Finanzierungsbeitrag der Eltern an die gestiegenen Kosten der Kinderbetreuung anzupassen. Laut Bürgermeister Stefan Martus (Uli) übernehmen die externen Träger in Philippsburg die neuen Beitragssätze. Davon betroffen sind die katholischen Kindergärten St. Maria und St. Agnes, der Waldorfkindergarten und die Wiegestube Rheinheim, das kleine Waldhaus Huttenheim, die AWO-Kita Campulino sowie der AWO-Schülerhort und die Kernzeitbetreuung.

Dem Verwaltungsvorschlag folgten – neben dem Bürgermeister - CDU und LDP. Die Belastung der Stadt, die im Betreuungsbereich höchsten Standard biete, steige überproportional, so Hans Gerd Coenen (CDU). Bei den hohen Zuschüssen der Stadt handle es sich um das Geld der Steuerzahler, erinnerte Jasmine Kirschner (LDP). Die empfohlenen 4,5 Prozent lehnten Peter Steinel für die Uli und Christopher Moll für die FW ab, „um die Familien nicht noch weiter zu belasten.“ Viele kratzen am Existenzminimum, so Molls Eindruck.

 

(W. Schmidhuber)

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