Rekommunalisierung der Energieversorgung im Blick / Erste Weichenstellung zur Umsetzung der Vision Zukunftsgestaltung
Der erste Schritt zur Umsetzung der so bezeichneten Vision „Philippsburg gestaltet seine Energiezukunft selbst“ ist getan. Einmütig begrüßte der Gemeinderat die von der „Thüga Energie“ vorgestellte Modellidee. In der jüngsten Sitzung beauftragten die Stadträte die Verwaltung, gemeinsam mit der Thüga vor allem die wirtschaftliche, aber auch die organisatorische und rechtliche Machbarkeit des Projekts „Kommunal-mehrheitliche Stadtwerke Philippsburg“ zu prüfen.
Diese Festlegung sei eine Richtungsentscheidung, noch keine Investitionsfreigabe, so der Hinweis von Thüga-Geschäftsführer Christoph Raquel bei seiner Powerpoint-Präsentation. Der Ausbau erneuerbarer Energien, die zunehmende Elektrifizierung, die Entwicklung kommunaler Wärmeplanung, neue Anforderungen an Netzinfrastrukturen und die mögliche Nutzung von Wasserstoff verändern die Anforderungen an die Energieinfrastruktur, so Raquel weiter.
Für Kommunen stelle sich damit nicht nur die Frage, wie Energie künftig bereitgestellt wird, sondern auch, wer die dafür erforderlichen Infrastrukturen besitzt, steuert und betreibt. Für notwendig halte er eine stärkere Verzahnung der Bereiche Strom, Gas, Wärme, Wasserstoff und energienahe Dienstleistungen. Vor diesem Hintergrund solle geprüft werden, ob und wie eine stärkere kommunale Verantwortung für die Energieversorgung sinnvoll umgesetzt werden kann.
„Kommunal gestalten - professionell betreiben“, lautete seine Botschaft. Die Vision beinhalte ein integriertes Stadtwerk. Thüga als Pächterin und Netzbetreiberin sichere den vollständigen Netzbetrieb. Eine der wichtigsten Fragen in der Runde lautete: Was hat Philippsburg davon?
Mehrheit und Eigentum sichern die kommunale Gestaltungsmöglichkeit, hieß es. Netze bilden eine langfristig gesicherte Ergebnisbasis und regionale Vertriebsprodukte ergänzen ein ganzheitliches Angebot. Zu den weiteren Vorteilen gehöre: Der operative Netzbetrieb wird durch einen erfahrenen Partner sektorübergreifend vollständig abgesichert. Wärme, regionale Produkte und Dienstleistungen erweitern die Stadtwerke schrittweise und bilden die Grundlage für die selbstbestimmte Energiewende in Philippsburg.
(W. Schmidhuber)