Sanierung des Kindergartens St. Agnes wird teurer
Vorübergehende Auslagerung von Rheinsheim nach Philippsburg
Innerhalb von etwa 20 Minuten haben sich die veranschlagten Ausgaben für die Sanierung des 1972 errichteten Kindergartens St. Agnes Rheinsheim von drei auf voraussichtlich vier Millionen Euro verändert. Denn im Laufe der Gemeinderatssitzung verfestigte sich die Auffassung bei allen Fraktionen, dass nicht nur die „Hülle“ und notdürftige Instandsetzungen im Gebäude, sondern auch alle „Innereien“ auf Vordermann zu bringen sind. Als Beispiel wurde der 56 Jahre alte Elektrobereich genannt.
„Wir müssen die nächsten 50 Jahre im Auge haben“, sagte Bürgermeister Stefan Martus (Uli), der auch den neuen Umfang befürwortete. Eine Kostenschätzung für eine Komplettsanierung soll eingeholt werden. Ausführlich stellte das beauftragte Ingenieurbüro „Planwerk“ dem Gremium stellte seine Planung vor. Der Aufwand für die energetische Sanierung liegt bei über 2,9 Millionen Euro, die Zusatzkosten, um den Effizienzgebäude-Standard zu erreichen, betragen rund 510.000 Euro. Bis zu 380.000 Euro könnte es Fördergelder geben.
Nach der vertraglichen Kostenverteilung übernimmt die Stadt 80 Prozent und die Kirche als Träger 20 Prozent der Investitionskosten. Auf dieser Grundlage ergibt sich nach Abzug der möglichen Förderung ein voraussichtlicher städtischer Finanzierungsanteil von 2,4 Millionen Euro. Vorgesehen sind eine Dachdämmung, neue Fenster, umfassender Sonnenschutz, die vollständige Erneuerung der Böden, der Einbau einer Fußbodenheizung, neue Wasserleitungen, die Erneuerung der Sanitärbereiche und die Klimatisierung von drei Räumen.
In der Sitzung stimmte der Gemeinderat einmütig der vorübergehenden Auslagerung des katholischen Kindergartens St. Agnes in das freiwerdende Kindergartengebäude in der Philippsburger Hieronymus-Nopp-Straße 3a zu, sobald der Umzug der AWO-Kita Campulino zum Jahresende in die neue Kita Erlenwiesen erfolgt ist und solange die Umbau- und Sanierungsarbeiten dauern.
Die vorübergehende Auslagerung ermöglicht es, die Sanierung unabhängig vom laufenden Kindergartenbetrieb durchzuführen, hieß es. Nach aktueller Einschätzung beträgt die Bauzeit bei einer Auslagerung etwa eineinhalb Jahre. Andernfalls müsste mit einer Baudauer von etwa drei Jahren gerechnet werden.
Der Auslagerung stimmten alle Stadträte zu. Hans Gerd Coenen (CDU) verwies auf die Lärm- und Staubbelastung mitsamt der Unruhe, wenn der Umbauarbeiten und der Kindergartenbetrieb nebeneinander herlaufen. Für sie fallen die umzugsbedingten Einschränkungen überschaubar aus, meinte Jasmine Kirschner (LDP). Laut Christopher Moll (FW) ist die vier Kilometer entfernte Unterbringung zumutbar. Nach Peter Steinel (Uli) sollte eine Baustelle in den Kindergartenzeiten vermieden werden. Seine Zustimmung fand die Überlegung, eine Kompaktsanierung vorzunehmen. Trotz Zuspruchs durch den Bürgermeister wollte die Vertreterin der AfD nichts zu dem Thema sagen.
(W. Schmidhuber)